Ausarbeitung zum Thema
Kleben und Klebstoffe
Im Rahmen des Projektes:
„Nutzung elektronischer und multimedialer
Informationsquellen in Schulen“
Unter Kleben ( nach DIN 16920 ) versteht man das meist unlösbare
Verbinden/ Fügen zwischen gleicher oder verschiedener Werkstoffe/
Materialien. Dies geschieht mit der Hilfe eines Klebstoffes, der zwischen
beide Materialien eingebracht bzw. auf sie aufgetragen wird.
Eine Verklebung ist also eine feste und dauerhafte Oberflächenverbindung
durch eine Kleb-stoffschicht.
Kleber ist ein veralteter, umgangssprachlicher Ausdruck für Klebstoff.
Im technischen Gebrauch ist immer von Klebstoffen zu sprechen.
Klebstoffe sind ( nach DIN 16921 ) nichtmetallische, plastische, flüssige
oder feste Werk- stoffe, die feste Fügeteile durch Oberflächenhaftung
( Adhäsion ) und innere Festigkeit ( Kohäsion ) verbinden
können, ohne das sich von den zu Verbindenden Materialien die Eigenschaften
und Ge-füge wesentlich verändern.
Das Wort “Klebstoff“ ist ein Oberbegriff und schließt andere
für Klebstoffarten gebräuchliche Bezeichnungen ein, die nach
verschiedenen Gesichtspunkten aufgeteilt werden:
So z.B. Leime, Kleister, Lösemittelklebstoffe, Dispersionsklebstoffe,
Kontaktklebstoffe und Re-aktionsklebstoffe. Im wesentlichen setzen sie
sich aus Grundstoffen, Hilfsstoffen und teil-weise auch aus Löse-
bzw. Dispergiermitteln zusammen.
Das Kleben bzw. das Herstellen einer Klebung ist eine ältesten
Methoden der Menschheit, zwei Materialien miteinander zu verbinden.
Schon vor etwa 6000 Jahren klebten die Sumerer und Ägypter, ihre
Tempel mit Asphalt. Weitere Rohstoffe aus denen sie Klebstoff gewinnen
konnten waren: Erdpech und Baumharz.
Bereits etwa 3500 v.Chr. konnten sie Klebstoff auf Eiweißbasis herstellen, den sie durch Ausko-chen von Tierhäuten fertigten. Erstaunlicher weise sind ägyptische Schreinerarbeiten aus der Zeit um 1500 v.Chr. auch heute noch mit stabilen Verklebungen erhalten.
Aber auch die Griechen und Römer kannten schon verschiedene Klebstoffarten: z.B. Leime auf der Grundlage von Casein ( “Käse-Kalk-Leim“ ), Albuminen, Mehlkleister, Hämoglobinen, Fischleim und tierischen Heißleim ( der zur Holzverbindungen genutzt wurde). Der Fischleim und die Leime die aus tierischer Haut gewonnen wurden, waren die am häufigsten in Gebrauch befind-lichen Klebstoffe in der Zeit vom Mittelalter bis heute
Die erste handwerkliche Leimfabrik entstand 1690 in Holland.
Zum ersten Mal patentiert wurde ein Klebstoff ( ein Tischlerleim ) im Jahre 1754 [ England ].
Erst im 20. Jahrhundert mit dem Erfinden synthetischer Klebstoffe ( z.B. auf der Basis von Was-serglas, Kunstharzen usw.), begann die eigentliche Entwicklung der Klebstoffindustrie.
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- durch Wärmeabgabe und Erstarrung bei Schmelzklebstoffen ( EVA, Polyamid, Polyolefin )
- durch Wasserabgabe an die Umgebung oder die zu klebenden Sub-strate bei Dispersions-klebstoffen ( Kaschierklebstoffe und PVAc- Leime ). Die dispergierten Klebstoffteilchen bilden dabei einen Film zwischen den zu klebenden Subtraten aus
durch Verdunstung der Lösemittel bei Kontaktklebstoffen
2. Physikalisch/chemische Abbindung
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- durch Polykondensation bei Harnstoffharz und Melamin-Formalde-hydharzleim. Die Po-lykondensation wird durch Härter ausgelöst und durch Wärmezufuhr beschleunigt. Die Verarbeitung von Polykonden-sationsharzen erfolgt dabei üblicherweise in beheizten Pressen. Gleichzeitig wird das Wasser an die zu klebenden Substrate abgegeben.
3. Chemische Abbindung
Einteilung der Klebstoffe nach ihrer chemischen Zusammensetzung:
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- Polyvinylacetat: PVAc-Leime für Holz- und Holzwerkstoffe
- Ethylenvinylacetat: Als Dispersion für Kaschierklebstoffe, z. B. zum Beschichtenvon Holzwerkstoffen mit PVC-Folien. Als Festharz für Schmelzklebstoffe zur Schmalflächenbeschichtung und Montage sowie Verpackung
- polyamide: Schmelzklebstoffe mit besonders hoher Wärmestandfestigkeit polyolefine:
- Neues Schmelzklebstoffsystem mit hoher Wärmestandsfestigkeit,
- sehr guter Hitzeklebrigkeit sowie hoher Kohäsion und Adhäsion
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- Harnstoff-Formaldehydharz: Verwendung als Furnierleim
- Melamin-Formaldehydharz: Für Verleimungen mit erhöhter Feuchtbeständigkeit, z.B. für Außentüren.
- Polyurethan: Ein- und zweikomponentige Klebstoffe für die Herstellung von Verbun-delementen und zum Einsatz im Innenausbau.
- Epoxydharz: Beim Einsatz von Konstruktionsklebstoffen
- Cyanacrylate: Klebstoffe für Kleinflächen, z. B. zum Kleben von Dekorleisten aus Kunststoff und Holz auf Dekor und Lackflächen (Paßgenauigkeit > 0,1 mm).
Die Klebstoffe werden nach dem Zustand,
aus dem die Verarbeitung erfolgt nach DIN 16920 und DIN 16921 folgendermaßen
eingeteilt:
| Klebstofftyp | Beispiele | Abbindevorgang |
| Leimlösungen: alle in Wasser gelösten | Zelluloseäther | Trocken |
| Klebstoffe | (Kleister) | |
| Harnstoffharz | Trocken und | |
| Kondensation | ||
| Kalt oder Heiß | ||
| Klebedispersionen = Dispersionskleber | Kautschuke, | Trocken |
| Latexkleber: in Wasser dispergierte | Thermoplaste z.B. | |
| oder emulgierte Klebstoffe | PVAc- Disp., PVAc | |
| a) harte Kunststoffe | Copolymer, Acrylate | |
| b) Haftkleber | ||
| Kleblacke: in organischen Lösungsmittel | Thermoplaste | Verdunsten des |
| gelöste Kunststoffe | PF(im A- Zustand) | Lösungsmittels, |
| a) harte Kunststoffe | ggf. Kondensat | |
| b) Haftkleber PIB, polyvinyläther | Trocken | |
| Synthesekautschuke | ||
| c) Reaktionsklebelacke: sie enthalten als | PMMA in MMA, | chemische Aus-- |
| Lösungsmittel flüssige Kunstharzvorprodukte | UP, PU, EP, poly- | härtung ohne |
| Hauptsächlich Zweikomponentenkleber | äthylenimin | Druck |
| Einkomponentenkleber | Alpha Cyanacrylate | Härtung mit |
| Spezielles PU | Luftfeuchtigkeit | |
| Klebekitte: pastenförmige Klebstoffe | Synthesekautschuke | |
| (mit hohem Füllstoffgehalt) | ||
| Schmelzklebstoffe(Hotmelt): feste Kleb- | Thermoplastische | Erstarren beim |
| stoffe auch Folien, die für die Verarbeitung | PVB – Folien | Abkühlen |
| vorübergehend geschmolzen werden. | ||
| a) harte Kunststoffe | Kondensationsharze: | |
| b) Haftkleber | PF, UF, MF- Vorkonden- | |
| sate, Reaktionsharze: EP | ||
| Klebeplastisole: adhäsierend eingestellte | gelieren in der Sonne | |
| lösungsmittelfreie PVC-Pasten | ||
Einige der typischen Vor- und Nachteile [ bzw. Einschränkungen ]des Klebens gegenüber an-deren Füge-/ Verbindungsverfahren wie dem Schweissen, Löten, Schrauben, Nieten und den formschlüssigen Verbindungen ( z.B. Schnappverbindungen ) sind folgende:
Das Kleben ersetzt nicht die anderen Fügeverfahren, vielmehr ergänzt es sie, besonders in schwierigen Fällen.
Beispielsweise, für eine gasdichte Verbindung zwischen Metallen und Keramik oder Glas ebenso zwischen Duroplasten und Metallen, sowie für stoffschlüssige Verbindungen von, Stahl mit Bunt-metallen oder Aluminium, gibt es gar keine Alternativen zu den Klebstoffen.
Oftmals kann auch nur ein Kombination aus einem alternativen Fügeverfahren und der Klebetechnik, eine starke Verbindung gewährleisten.
Zum Beispiel, verstärkt man ein dünnes Blech, das z.B. für eine Schraubverbindung nicht fest genug ist, durch Schrauben die mit Flüssigkunststoff gesichert sind oder durch mehrere aufgeklebte Verstärkungsschichten.Zu einer Beurteilung der Wirtschaftlichkeit von Klebstoffen sind große Mengen an Daten nötig. Es sind neben anderen Angaben, vor allem die Zeitabläufe zu beachten. Unter anderem:
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- damit die kosten für Lagerflächen die einmaligen Maschinen-, Werkzeug-, und Gerätekosten
- und der Aufwand infolge des höheren Risikos z.B. für Rückstellungen oder Versicherungsprämien möglichst gering bleibt.
- Aber auch bei einer Umstellung des Fügeverfahrens, in einem Betrieb, ist der schon vorhandene Maschinenpark und sind die schon vorliegenden Erfahrungen, von großer finanzieller Bedeutung.
Die auf beiden Trägern befindliche Klebstoffschicht hält nach
dem Zusammenfügen aneinander, da durch Verdunsten von Wasser oder
Lösungsmitteln sich die Klebstoffmoleküle eng aneinanderreihen
und so die erforderlichen Kohäsionskräfte entstehen. Physikalisch
abbindende Klebstoffe lassen sich einteilen in:
Eine andere Bezeichnung für chemisch abbindende Klebstoffe ist Reaktionsklebstoffe. Bei diesen Zwei- oder Mehrkomponenten - Klebstoffen bilden sich die Kohäsionskräfte durch eine chemische Reaktion zwischen den Komponenten. Die Adhäsionskräfte können sich entwickeln, weil der Klebstoff vor der chemischen Reaktion flüssig ist und daher Unebenheiten ausgleichen vermag.
Schmelzklebstoffe haben einen besonderen Vorteil gegenüber anderen
Klebstoffen - ihr thermoplastisches Verhalten. Beim Erhitzen schmilzt der
Klebstoff und kann verarbeitet werden (einseitiger Auftrag des etwa
200°C heißen flüssigen Klebstoffes durch spezielle heizbare
Geräte) und direkt nach dem Abkühlen ist praktisch die Endfestigkeit
der Klebung erreicht. Es ist also keine Trocknung oder Ablüftung,
bzw. das Vermischen mehrerer Komponenten nötig. Durch Einsatz von
Schmelzklebstoffen wurden erst die hohen Produktionsgeschwindigkeiten,
wie z.B. in der Verpackungsindustrie, erreicht.
Schmelzklebstoffe sind aus verschiedenen Rohstoffen aufgebaut, um den
Anforderungen gerecht zu werden. Der Grundstein (chemisch: das Basispolymer)
ist hauptsächlich Ethylenvinylacetat (EVA), ein Copolymer (Grundbaustein,
an dessen Aufbau mehrere Arten von Monomeren beteiligt sind) aus Ethylen
und Vinylacetat. Der Anteil an Vinylacetat schwankt zwischen 18 und 40
% und gibt dem Copolymer verschiedene Eigenschaften.
Andere Schmelzklebstoffe sind statt auf EVA auf Polyamiden (Thermoplaste,
die aus Phenol oder Cyclohexan hergestellt werden) oder auf thermoplastischem
Kautschuk aufgebaut. Diese Polymere geben dem Schmelzklebstoff die filmbildenden
Eigenschaften.
Ein weiterer wichtiger Bestanteil ist das Harz. Es gibt weiße,
gelbe, Natur-, synthetische, harte sprö-de oder weiche flüssige
Harze, die je nach Einsatz ausgewählt werden müssen. Die Harze
geben die Klebrigkeit, die Adhäsion und dienen zum Verdünnen
(Viskositätserniedrigung).
Die dritte wichtige Gruppe sind die Wachse, sie geben dem Schmelzklebstoff
die schnelle Kristalli-sation. Im Bereich der Holzschmelzklebstoffe kommen
zu den Rohstoffen Wachs, Harz und Polymere noch die Füllstoffe und
Farbstoffe.
| Anwendungsbeispiele | Verklebung von Kantenstreifen aus Furnier, Melaminharz, PVC und
ABS im Plan und Softformingverfahren. |
| Erweichungsbereich | 70 – 120°C |
| Verarbeitungstemperatur | 180 – 220°C |
| Endaussehen | von weiß über transparent bis gelb |
| Eigenschaften | Elastisch, gute Adhäsion, gute Oxidations- und Farbstabilität |
| Kennzeichnungen | Nach Gefahrenverordnung normalerweise keine Kennzeichnung erforderlich |
Kontaktklebstoff ist eine Bezeichnung für eine Gruppe von Lösungsmittelklebstoffen,
deren Rohstoffbasis aus Harzen (Gruppe von festen und halbfesten organischen
Substanzen) und synthetischen Kautschuken (Polymere, die durch Vulkanisation
in den Zustand der Hochelastizität übergehen und dabei ihre Löslichkeit
in organischen Lösungsmitteln verlieren) besteht. Kontaktklebstoffe
eignen sich zur Verklebung von Holz, Metall, Leder, Kunststoffen, Gummi
und Schaumstoffen. Der Vorteil von Kontaktklebstoffen liegt darin, daß
Verklebungen von nicht durchlässigen Materialien möglich
sind.
Kontaktklebstoffe werden auf beide zu verklebenden Teile aufgetragen.
Nachdem die Ablüftzeit von 5 bis 15 Minuten vorüber ist, werden
beide Seiten möglichst unter hohem Druck zusammengefügt. Lange
Preßzeit ist für die Festigkeit der Verklebung nicht erforderlich,
ausschlaggebend ist die Höhe des Preßdrucks. Die Verklebungen
mit Kontaktklebstoffen sind sofort haft- und belastbar und bleiben elastisch
(z.B. zum Verkleben von Schuhsohlen).
| Anwendungsbeispiele | Verkleben von Span- und Hartfaserplatten, Gummi, Filz, viele Kunststoffe untereinander und auf Metall |
| Basis | für gewöhnlich Polychloropren |
| Eigenschaften | ausgezeichnete Anfangshaftung, gute Wärme- und Kältebeständigkeit, streichbar und teilweise spritzbar |
| Gefahrklasse | Nach VbF : A I (leicht entzündlich)
Offenes Feuer und Funkenbildung vermeiden. Elektrische Geräte abschalten. Arbeitsraum lüften. Nicht rauchen. Nicht in Abwasser schütten. |
| Kennzeichnung | Nach Gefahrstoffverordnung F (leicht entzündlich)
Xn (gesundheitsschädlich) |
Mit dem Begriff Dispersion bezeichnet der Chemiker die feinste
Verteilung eines Stoffes in einem anderen, so daß die Teilchen des
einen Stoffes in dem anderen schweben. Bei Dispersionsklebstoffen sind
die Feststoffe Kunstharze, die in Wasser verteilt, aber nicht gelöst
sind.
Heute zählen vor allem Weißleime zu den Dispersionsklebstoffen.
Sein Basismittel Wasser sorgt dafür, daß der eigentliche Klebstoff,
nämlich das Kunstharz, an die Stellen transportiert wird, wo es zur
verklebenden Wirkung kommen soll. Voraussetzung ist deshalb, daß
die zu verklebenden Teile, in diesem Falle Holz, Wasser aufnehmen und verdunsten
lassen können. Denn wenn das Wasser seine Lösungs- und Transportfunktion
erfüllt hat, muß es wieder entweichen können. Nur dann
kann das Kunstharz abbinden und damit kleben.
Zu Beginn der Abbindezeit ist die Klebekraft des Leims gering. Die
Holzteile müssen mit Klemmen oder Schraubzwingen unter hohem Druck
zusammengepreßt werden, bis das im Leim enthaltende Wasser vom Holz
aufgenommen worden ist und der eigentliche Klebstoff zu trocknen beginnt.
Außerdem wird beim Pressen das Kunstharz in die Poren der Holzoberfläche
gedrückt und dabei gleichsam mit dem Werkstoff verzahnt. Die Haftfläche
für den Leim beträgt nach diesem Vorgang ein Vielfaches der sichtbaren
Oberfläche und steigert damit die Belastbarkeit der Klebeverbindung.
Sorgfältig verleimtes Holz reißt deshalb nie an der Klebefläche,
sondern stets daneben. Denn die Klebung mit Kunstharz ist härter als
das Holz. Holzleime sind in der Regel milchig weiß und trocknen transparent
auf.
Leime sind in Wasser gelöste Klebstoffe, die aus tierischen, pflanzlichen
oder synthetischen Grundstoffen bestehen. Die häufig zu den Kleistern
gerechneten pflanzlichen Leime haben Stärke oder Dextrin (Abbauprodukt
der Stärke; hauptsächlich aus Kartoffelstärke gewonnen)
zur Basis, die tierischen Casein (Eiweißbestandteil der Milch), hauptsächlich
aber Glutin. Je nach dem Ausgangsmaterial unterscheidet man zwischen Haut-,
oder Lederleim, Knochenleim und Fischleim. Derartige Leime sind Umwandlungsprodukte
der in tierischen Bindegeweben enthaltenden Kollagene (langfaserige Proteine,
die vor allem in der Lederhaut, in Knorpeln, Bindegewebe, Sehnen, Bändern
und der eiweißhaltigen Grundsubstanz Ossein des Knochens vorkommen).
Werden diese mit heißem Wasser unter erhöhtem Dampfdruck hydrolysiert
(Hydrolyse: chemische Reaktion, bei der Verbindungen durch Einweichen von
Wasser gespalten werden), so verlieren sie ihre Struktur, quellen auf und
lösen sich in heißem Wasser. Dieses Produkt heißt Glutin;
es ist der wesentlichste Bestandteil der Glutinleime und der Gelantine.
Beim Erkalten erstarrt diese Lösung zu einer elastischen Masse,
die durchsichtig und hornartig eintrocknet. Dieser eigentliche Leim quillt
im kalten Wasser langsam auf, ohne sich zu lösen. Beim Erwärmen
löst er sich leicht zu einer Flüssigkeit von hoher Klebekraft
auf. Da alle Glutinleime der ideale Nährboden für Mikroorganismen
sind, müssen sie durch Konservierungsmittel geschützt werden.
Nach ihrer Verarbeitungstemperatur unterscheidet man warm abbindende
Leime und Kaltleime. Leime kamen früher häufig in Form von Platten
in den Handel (Tafelleim), heute durch die weit-gehende Mechanisierung
der Trocknungsverfahren meist als Perl -, Würfel- oder Krümelleime.
Die Bedeutung der natürlichen Leime ist der, der synthetischen
auf Basis Polyvinylacetat, Phenolformaldehyd, Harnstoff-Formaldehyd und
Melamin-Formaldehyd stark zurückgegangen.
Polyvinylacetat - Leime sind in Wasser dispergiert und entstehen durch
Polymerisation des Thermoplastes Vinylacetat. Er ist in flüssiger,
milchweißer Form im Handel und wird deshalb auch als Weißleim
bezeichnet.
Phenol -, Harnstoff- und Melaminharzleime sind Duroplaste und werden
bei der Herstellung vorkondensiert und heißen deshalb Kondensationsleime.
„Beim Verarbeiten der Leimflotte wird die unterbrochene Kondensation durch
Wärme oder durch Zugabe von Härtern wieder in Gang gebracht und
bis zum vollständigen Aushärten fortgesetzt. Auch bei Raumtemperatur
findet eine langsame Kondensation bzw. Abbindung statt. Diese Leime können
daher nur begrenzt gelagert werden.“
| Anwendungsbeispiele | einsetzbar für alle Holz und Holzwerkstoff Verleimungen |
| Basis | normalerweise Polyvinylacetat daher als PVAc - Klebstoff bekannt |
| Abbindezeit | je nach Beschaffenheit und ggf. Härterzugabe 5 – 30 min |
| Eigenschaften | fast flüssig, gut verstreichbar |
| Gefahrklasse | nach VbF normalerweise keine |
| Kennzeichnung | nach Gefahrstoffverordnung keine |
Die DIN 16 920 differenziert zwischen Lösungsmittelklebstoffen
und Dispersionsklebstoffen.In einem Dispersionsklebstoff ist das Bindemittel,
wie beim Lösungsmittelklebstoff, nicht in der flüssigen Phase
gelöst, sondern im Dispergiermittel, meist Wasser, fein verteilt (dispergiert).
Unter lösungsmittelhaltigen Klebstoffen versteht man alle Klebstoffe,
die Lösungsmittel enthalten. Hierzu gehören alle physikalischen
Klebstoffe außer Dispersionsklebstoffe, Schmelzklebstoffe und Plastisolklebstoffe.
Naßklebstoffe sind Klebstoffe, bei denen die Klebstoff-Filme beim
Zusammenfügen noch wesentliche Anteile an Löse- oder Dispersionsmitteln
enthalten. Auf eines der zu verbindenden Teile wird der Klebstoff aufgetragen.
Das andere Teil wird in das nasse Klebstoffbett gelegt. Nach einiger Zeit
ist das Lösungsmittel verdunstet.
Nachteil der Naßklebstoffe ist, daß sich entweder
nur kleine Teile miteinander verbinden lassen oder daß einer der
beiden Werkstoffe für das Lösungsmittel durchlässig sein
muß, da sonst der Abbindevorgang Wochen oder Monate dauern würde.
Vorteil der Naßklebstoffe ist, daß sie Kunststoffoberflächen
anlösen, und diesen die Möglichkeit der gegenseitigen Diffusion
(die von selbst erfolgende Vermischung verschiedener, aneinander grenzender
Stoffe; bewirkt durch die Eigenbewegung der Moleküle) geben. Man erreicht
durch diese Methode eine Verklebung, die einer Verschweißung sehr
nahe kommt.
Naßklebstoffe werden sehr häufig im Eisenbahn-, Schiffs-
und Flugzeugmodellbau verwendet.
Haftklebstoffe sind elastische und dauernd klebfähige Selbstklebemassen mit großen Adhäsions-kräften und kleinen Kohäsionskräften, die schon unter geringem Druck bei Raumtemperatur auf den verschiedensten Oberflächen haften und deren Verbindungen meist mehrmals gelöst werden können. Haftklebstoffe finden Verwendung bei Heftpflastern, Klebeetiketten, Klebebändern und Fliegenfängern. Die modernen Haftklebstoffe, viskose Lösungen oder Dispersionen von Kau-tschuk, Polyacrylaten und Polyvinylethern, werden in der Regel auf ein Trägermaterial aufgetra-gen.
Als Plastisole bezeichnet man Dispersionen von Kunststoffpulver; insbesondere PVC in Weichmachungsmittel unter Zusatz von Stabilisatoren. Plastisole gelieren bei einer Temperatur von 140- 200°C zu kautschukähnlichen Massen. Unter Zugabe von Haftvermittlern (Stoffe, die der Verbes-serung der Haftfestigkeit miteinander zu kombinierender Werkstoffe dienen; häufig aus Titanate, Chlorsilane, Carbonsäuren und speziell für Klebstoffe aus Ethylen/Acrylamid-Comonomeren oder polymeren Isocyanaten bestehend) können Plastisole als Klebstoffe eingesetzt werden. Plastisole werden außerdem für Schaumstoffe und zur Beschichtung von Metallen zum Korrisionsschutz eingesetzt.
Reaktionsklebstoffe ist die Bezeichnung für Klebstoffe, die durch
zugesetzten Härter oder weiteren Komponenten chemische Reaktionen
auslösen (Polymerisation, Vernetzung), und somit sehr feste und dauerhafte
Verbindungen eingehen.
Reaktionsklebstoffe werden aus verschiedenen, meistens zwei Stoffen
zusammengemischt, um einen neuen Kunststoff zu bilden. Dieser neue Kunststoff
(Klebstoff) wird auf einem der zu verklebenden Teile aufgetragen, und nachdem
beide zu verklebenden Teile zusammengefügt werden, verbindet er sie
im Verlauf seiner Aushärtung miteinander.
Zu den Reaktionsklebstoffen zählen die Zwei-Komponentenklebstoffe
aus Epoxidharzen, Acrylatharzen und weiteren Harzen sowie die „Ein-Komponentenklebstoffe“
aus Cyanacrylat. Diese Ein-Komponentenklebstoffe brauchen eine „unsichtbare“
zweite Komponente, nämlich Feuchtigkeit, die sie aus der Umgebungsluft
beziehen. Es empfiehlt sich immer bei diesem Ein - Komponentenklebstoff
die Klebefläche leicht anzufeuchten, um eine gute Verklebung zu garantieren.
Reaktionsklebstoffe enthalten keine Lösungsmittel und sind deshalb
besonders geeignet für glatte, nicht poröse und feste Materialien
wie z.B. Glas, Metalle, Keramik, Kunststoffe und Gummi. Die Klebestellen
sollten aber vor der Verklebung durch Schleifen von anhaftenden Oxidschichten
befreit werden. Dies gilt insbesondere für Gummi, da es durch Einwirkung
von UV-Strahlen und Ozon geschädigt wird und keine klebefähige
Schicht mehr haben kann.
Reaktionsklebstoffe aus Epoxidharzen sind vielfältig einsetzbar.
Sie können unter Zugabe von Holzfasern, Sand, Metallpulver, Farbpulver,
Kreide und Zement als Spachtelmasse eingesetzt werden. So ein Gemisch läßt
sich nach Auftrag noch verformen und nach dem Aushärten bearbeiten.
Im Gegensatz zu den Epoxidharzen, die meist etwas elastisch bleiben,
werden die Acrylatharze sehr hart. Es gibt unterschiedliche Typen: Während
die einen ein exaktes Mischungsverhältnis verlangen, können andere
durch unterschiedliche Mischungsanteile von fießend (langsam härtend)
bis pastös (schnell härtend) eingestellt werden.
Im Außenbereich werden bevorzugt Acrylatharze eingesetzt, weil
sie frostsicherer sind als Epoxidharze. Andererseits wird man bei Zugabe
von Füllstoffen oder Farben eher zu Epoxidhar-zen greifen, weil durch
ihre längere Abbindezeit sichergestellt ist, daß für die
Verarbeitung genügend Zeit zu Verfügung besteht
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Komponenten |
Temperatur |
Dispersionsmittel |
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EVA, PA, SB |
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Leder, Kunststoffe |
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und Haftvermittler |
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Keramik |
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Polyacrylate |
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dem Kleben |
Etiketten |
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Polychloropen |
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dem Kleben |
Kunststoffe, Metalle |
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Dispersionsklebstoff |
VDC-Copolymere |
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dem Kleben |
Kunststoffe |
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Dispersionsklebstoff |
Polyacrylate |
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beim Kleben |
Kunststoffe, Holz |
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beim Kleben |
Pappe |
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Celluloseether |
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beim Kleben |
Pappe |
EVA Ethylen-Vinylacetat
PVP Polyvinylpyrolidon
SB Polystyrol mit Elastomer auf Basis Butadien
modifiziert
PA Polyamid
PUR Polyurethan
PVAC Polyvinylacetat
PVAL Polyvinylalkohol Vinyl andere Bezeichnung
für Ethenyl
VA Vinylacetat
VC Vinylchlorid
VDC Vinylidenchlorid
Übersicht über Chemisch abbindende Klebstoffe
(Reaktionsklebstoffe)
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Bedingungen |
Komponenten |
Temperatur |
Produkte |
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Kunststoffe |
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Kunststoffe |
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Kunststoffe |
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Kunststoffe, Gummi |
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Methacrylate |
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Klebeschicht |
Kunststoffe |
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beim Kleben |
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NBR |
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beim Kleben |
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Polybenzimidazole |
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beim Kleben |
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RF-Harze |
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kalt |
beim Kleben |
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Kurzzeichenerklärung.
EP Epoxid
MF Melamin - Formaldehyd
PF Phenol - Formaldehyd
PJ Polyimid
PVFM Polyvinylacetate
RF Resorcin - Formaldehyd - Harze
UF Harnstoff - Formaldehyd
UP Ungesättigter Polyester
Um eine dauerhafte Verbindung zwischen zwei Werkstücken (-stoffen) herzustellen verwendet man Klebstoffe. Der aufgetragene Klebstoff härtet dabei, wie schon mehrfach erwähnt, je nach Art des Klebers, physikalisch (entweichen des Lösungsmittels) oder durch eine Chemische Reaktion (zwei chemische Stoffe reagieren miteinander), aus. Dadurch wird erreicht, daß die Materialien zusammen-halten. Zwei physikalische Faktoren beeinflussen die Haltbarkeit dieser Klebeverbindung:
Unter Adhäsion (auch Grenzflächenhaftung) versteht man den engen molekularen Kontakt zwischen den Oberflächen verschiedener Teile. Die Adhäsion beruht im wesentlichen auf elektromagnetischen Wechselwirkungen zwischen Klebstoff und Fügeteil. Adhäsionskräfte wirken zum Beispiel, wenn ein nasses Blatt Papier an einer Glasscheibe hängt, oder wenn mit einem Stück Kreide auf eine Tafel ge-schrieben wird.
Die schematische Darstellung der Adhäsionskräfte:


Die Bilder zeigen die Adhäsion des Klebstoffes an der zerklüfteten
Oberfläche des Werkstoffes
Eine hohe Adhäsion bzw. Haftung eines Klebstoffes am zu klebenden Material wird stets erreicht, wenn zwischen der Oberfläche des Werkteils und dem Klebstoff ein möglichst inniger Kontakt entsteht. Die Klebflächen müssen deshalb sauber, staub- und fettfrei sein. Durch Anrauhen mit Schleifpapier wird die Adhäsion noch verbessert, weil sich dabei die Oberfläche des Materials vergrößert. Beim Verkleben von Werkstücken verbessert man also die Adhäsion durch Aufrauhen der Oberfläche. Die Verbindung der Teile wird dadurch noch fester.
Kleber ist in frischem Zustand relativ flüssig. Daher benetzt er die, mikroskopisch gesehen, stark zer-klüftete Oberfläche des Werkstoffes vollständig und stellt ein ideales Brückenmedium zwischen den zu verbindenden Teilen her. Nur ist diese Verbindung nicht belastbar. Erst nachdem der Klebstoff im engen Kontakt zu den Klebeflächen durch Trocknung oder chemische Reaktion erstarrt ist, kann die Verbindung mechanisch belastet werden.
Die Kohäsion (Zusammenhangskräfte)
Wichtig für die Stabilität einer Klebeverbindung ist auch
die sogenannte Kohäsion. Darunter versteht man die Endfestigkeit des
erstarrten Klebstoffes. Die Kohäsion (innere Festigkeit des Klebstoffes)
ist der Zusammenhalt der Kunststoffmoleküle untereinander. Je höher
die Kohäsion, desto höher die Festigkeit des Klebstoffes. Beim
Kleben kann die Kohäsion optimal genutzt werden, wenn nicht unnötig
dick aufgetragen wird.
Gegenüber einer Zugbelastung sind verklebte Materialien relativ
stabil. Hier wird die angreifende Kraft auf die gesamte Klebefläche
verteilt so daß die Adhäsion der ganzen Klebeverbindung voll
genutzt werden kann.



Hier nun ein paar Beispiele um die Verklebung vor oben genannten Beanspruchungen
zu schützen bzw. die Beanspruchungen zu verringern.
Aufgeklebte Folien lassen sich an der Kante schützen, indem man
die Folie um die Kante herumzieht (linkes Bild). Eine weitere Maßnahme
ist, die Kante abzurunden, um die Angriffsfläche der Schälbe-anspruchung
zu verkleinern (rechtes Bild).


Besonders gefährdet sind relativ schmale Klebeverbindungen, wenn die Schmalseiten von Werkstük-ken zusammengeführt werden (auf dem linken Bild ist ein stumpfer Stoß abgebildet). Hier kann die Belastbarkeit erhöht werden, indem die Klebefläche vergrößert wird. Auf dem rechten Bild wird die Klebefläche, durch eine schräge Schäftung, um etwa ein drittel vergrößert.


Weitere Möglichkeiten sind: die abgestufte Schäftung, die
einseitige Lasche oder das sichern der
Klebung durch eine zweiseitige Lasche (von links nach rechts).



Wenn eine Verklebung sorgfältig ausgeführt wurde, dann bilden Millionen von Adhäsionsbrücken zwischen der Oberfläche der Werkstoffe und dem Klebstoff, eine hochfeste Verbindung. Bei Zug- und Scherbeanspruchungen (siehe Grafiken), wird die Belastung gleichmäßig auf diese Brückenver-bindungen verteilt. Bei sogenannten Schäl- und Spaltbeanspruchungen greifen die Kräfte konzentriert an der Außenkante der Werkstücke an. Wenige Adhäsionsbrücken müssen dieser Belastung stand-halten. Es kann unter Umständen zum brechen der Klebefuge führen. Abhilfe schafft hier zum Bei-spiel die abgerundete Kante, die die Angriffsfläche verringert.
Die Festigkeit in der Fuge hängt neben den beiden oben genannten Faktoren Adhäsion und Kohäsion zusätzlich von der mechanischen Verankerung ab. Beim Abbindevorgang muß, wie schon gesagt, unterschieden werden zwischen wasser- und lösemittelhaltigen, sowie zwischen wasser-- und lösemittelfreien Klebstoffen. Der Klebstoff dient zum Ausfüllen der Zwischenräume zwischen den Trä-gern.
Wasserhaltige Klebstoffe :
Wenn das Dispersionswasser in das Trägermaterial abwandert oder
aus der Fuge verdunstet, werden die Kunststoffmoleküle nicht mehr
durch die Wasserschicht vonein-ander getrennt, sondern sie berühren
sich. Es kommt in der Klebstoffschicht zur Bildung der Kohäsionskräfte.
Die Adhäsionskräfte zwischen Klebstoff- und Trägeroberfläche
sind um so größer, je paßgenauer deren Oberflächen
sind. Eine mechanische Verankerung kommt zustande, wenn bei porigen Trägermaterialien
Klebstoff in die Poren gelangt und dort abbindet. Dieser muß aber
noch mit dem in der Fuge befindlichen Klebstoffschicht verbunden sein.
Lösemittelhaltige Klebstoffe:
Die Kohäsionskräfte in der Klebstoffschicht entstehen durch
das Verduns-ten der Lösemittel unter einem relativ hohen Preß-druck.
Die Klebstoffmoleküle der auf den beiden zu verkleben-den Trägern
befind-lichen Klebstoffschicht lagern sich eng anein-ander, wenn die Lösemittel
verdunsten. Beim zusammenlegen und Pressen der beiden abgelüfteten
Teile verbinden sich die verformbaren Oberflächenmoleküle der
beiden Klebstoffschichten durch starke Adhäsions- und schwache Kohäsionskräfte.
Der Preßdruck bewirkt daneben eine Erhöhung der Adhäsionskräfte
zwischen Klebstoffschicht und Trägeroberfläche.
Lösemittelfreie Klebstoffe:
Bei diesen Zwei- oder Mehr-komponenten- - Klebstoffen bilden sich die
Kohäsionskräfte durch eine chemische Reaktion zwischen den beiden
Kom--po-nenten. Die Adhäsionskräfte können sich entwickeln,
weil der Klebstoff vor der chemischen Re-aktion flüssig ist und daher
Unebenheiten auszugleichen vermag, indem er sich vor dem Aushärten
in Löchern und Rissen verteilt.
Durch eine Härterzugabe bei Leimen und Klebern werden chemische Reaktionen in der Klebstoff-schicht ausgelöst, so daß schnell Kohäsionskräfte entstehen. Die Adhäsion und die mechanische Ver-ankerung werden durch die Härterzugabe nicht beeinflußt.
Die Zeitspanne die ein Klebstoff benötigt, um zu einer vollständig
ausgehärteten Kunststoffschicht zu polymerisieren , bezeichnet man
als Aushärte - oder Polymerisationszeit. Der Abbindeprozeß be-ginnt,
bei Einkomponenten Klebstoffen mit dem Auftragen des Klebstoffes auf das
Trägermaterial und bei Zwei-- oder Mehrkomponenten Klebstoffen mit
dem Ansetzen der Mischung, und endet mit dem aushärten des Klebers.
Die Aushärtezeit kann durch Temperaturerhöhungen in der Klebefuge
beeinflußt werden. Eine Erwärmung verkürzt die Aushärtezeit.
Beispiel für die Beschleunigung der Aushärtung eines Klebstoffes bei verschiedenen Temperaturen:
| Temperatur in °C | Aushärtezeit |
| 20 | 12 Stunden |
| 25 | 10 Stunden |
| 40 | 3 Stunden |
| 70 | 45 Minuten |
| 100 | 10 Minuten |
| 150 | 5 Minuten |

1. nicht gut klebbar, eventuell mit Heißschmelzklebstoffen
2. sehr gut klebbar mit lösungsmittelhaltigen Klebstoffen
3. sehr gut klebbar mit Schmelzklebern oder Zwei- bzw. Mehrkomponenten – Klebstoffen
4. mäßig bis schlecht klebbar
Beim Verkleben von Kunststoffen hat das Lösungsmittel neben
der Aufgabe, das Bindemittel flüssig zu halten, noch eine weitere
Funktion: Es soll die Kunststoff - Fläche anlösen, um sie mit
dem im Kleber enthaltenen Kunststoff zu verschweißen. Man spricht
in diesem Zusammenhang auch von einer „Kaltverschweißung“. Die Klebefuge
weist bei dieser Diffusionsklebung häufig eine größere
Festigkeit auf, als das Ursprungsmaterial.
Für das Verkleben von Kunststoffen gibt es sehr viele Klebstoffe
und Klebetechniken. Hierzu sei auf die Fachliteratur und das Informationsmaterial
der Industrie verwiesen (siehe z.B. Klebertabelle für Thermodet der
Flachglas AG). Nicht alle Kunststoffe lassen sich kleben. Dies hängt
z.B. von der Molekularstruktur des Kunststoffes ab. Zum Beispiel lassen
viele Polyolefine sich nicht oder nur schlecht kleben. Diese Tabelle gibt
einen Überblick darüber, wofür verschiedene Kunststoffe
verwendet werden und welche Möglichkeit besteht, sie zu verkleben.
| Material | Anwendungsgebiete | Verklebbarkeit |
| ABS | Telefone, Kofferschalen, Karosserieteile | Sehr gut mit lösungsmittelhaltigen Klebstoffen |
| Melaminharz | Dekorative Oberflächenwerk -stoffe für Tische und Fronten | Gut mit Zwei- oder Mehrkomponenten Klebstoffen |
| Polyamid | Zahnräder, Benzinleitungen, Propeller, Schrauben | mäßig bis schlecht, evtl. Zwei- oder Mehrkomponenten Klebstoffe |
| Polycarbonat | Kameragehäuse, Blinker, Rückleuchten, Schutzhelme | Gut mit lösungsmittelhaltigen Klebstoffen |
| Polyethylen | Eimer, Schüsseln, Folien | Nicht möglich |
| Polypropylen | Meßbecher, Wäscheklammern, Tragetaschen | Nicht möglich |
| Polysterol | Gehäuse für Radio und Fernsehgeräte, Spielwaren, Kleinmöbel | Sehr gut, mit lösungsmittelhaltigen Klebstoffen |
| Polyurethan | Rollschuhrollen, Sportplatzbeläge | Nicht möglich |
| PVC (hart) | Fenster, Rolladen, Rohre | Sehr gut mit lösungsmittelhaltigen Kleblacken |
| PVC (weich) | Schuhe, Schuhsohlen, Bälle, Planen, Kunstleder, Spieltiere | Sehr gut mit lösungsmittelhaltigen Kleblacken |
Weiter ist die Klebkraft abhängig von der Oberflächenenergie des Werkstoffes. Auf einem Werkstoff mit hoher Oberflächenenergie wird in der Regel eine gute Klebkraft erzielt. Auf Oberflächen mit we-nig Energie sind dann Spezialklebstoffe zu verwenden.
Die Oberflächenenergie an der Grenzschicht zwischen einer Flüssigkeit und einem Festkörper beruht auf der Haftspannung, diese wiederum besteht aus der Kohäsions- und der Adhäsionsspannung. Die Kohäsionsspannung wirkt als Kraft in der Flüssigkeit und die Adhäsionsspannung wirkt als eine an-dere Kraft, in Richtung des Festkörpers. Sie wird durch die fremden Moleküle hervorgerufen. Auf dem Zusammenwirken dieser beiden Kräfte beruht z.B. die Kapillarwirkung in dünnen Röhrchen.
Die Oberflächenenergie einmal in der schematischen Darstellung. Hier ein Wassertropfen auf einem Festkörper. Je nach Größe der Oberflächenenergie wird der Wassertropfen an das Werkstück angezo-gen.


Werkstoffe mit niedriger Oberflächenenergie sind: Gummi, Polyolefine(z.B. Polyethylen, Polypropylen), silikonhaltige Lacke, Teflon,...
Werkstoffe mit hoher Oberflächenenergie sind: ABS, Acrylglas,
Aluminium, PVC, Polycarbonat,...
Viele Klebstoffanwender glauben, daß eine gute Verklebung nur
bei dickem Klebstoffauftrag zu erreichen ist. Jedoch ist das Gegenteil
der Fall.
Die Kurve zeigt, in welcher Abhängigkeit die Zugscherfestigkeit
zur Klebschichtdicke steht. Je dicker die Klebschicht ist, desto weniger
hält sie Belastungen stand, da wie schon erwähnt die Kohäsionskräfte
nicht besonders stark sind.

Bei der Wahl des richtigen Klebstoffes müssen viele Faktoren berücksichtigt werden. Unter anderem:
Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick darüber,
welche Kriterien bei der Anwendung der verschiedenen Klebstoffe beachtet
werden müssen, um ein optimales Klebergebnis zu erzielen.

Entkleben ist das Zerlegen von durch kleben zusammengefügten Teilen durch Überwindung der Haftkraft, sofern dies ohne Schädigung der gefügten Teile möglich ist.
Eine Demontage ohne Schädigung des Fügeelements, dem Klebstoff, ist nicht möglich. Das Entkleben läßt sich unterteilen in chemisches und physikalisches Entkleben. Das physikalische Entkleben wiederum kann in thermisches und mechanisches Entkleben unterteilt werden.

Die Art des Entklebens wird nicht von vornherein vom Klebverfahren festgelegt.
Entscheidend für die Wahl des Verfahrens ist die Art der gefügten
Bauteile sowie ihre physikalischen und chemischen Eigenschaften. Es ist
üblich, verschiedene Verfahren zu kombinieren, um den erforderlichen
Auf-wand möglichst gering zu halten. Bei allen Verfahren ist anzumerken,
daß die erforderlichen Energi-en zum Entkleben höher sind für
chemisch vernetzte Klebstoffe, als bei Klebstoffen, die physikalisch abbinden.

Zum chemischen Entkleben werden Stoffe gewählt, die die Bindungskraft des verwendeten Klebstof-fes herabsetzen sollen. Neben aggressiven Chemikalien, bei deren Verwendung auf entsprechende Sicherheitsvorschriften wie z.B. persönliche Schutzausrüstung, Abzug etc. zu achten ist, kann auch die Anwesenheit von Wasser zur Schädigung des Klebstoffes führen. Der Klebstoff wird dabei durch Hydrolyse* zersetzt und seine Klebfestigkeit dadurch herabgesetzt.
*Hydrolyse (grch. Hydror = Wasser ; lyein = lösen):Spaltung
chemischer Verbindungen durch Reaktion mit Wasser
Beim thermischen Entkleben wird die Tatsache ausgenutzt, daß bei
Temperaturen zwischen
60°...250°C thermoplastische Klebstoffe schmelzen und duroplastische
beginnen, sich zu zersetzen. Eine Ausnahme bilden hochwärmefeste Klebstoffe.
Sie sind nur bedingt geeignet zum thermischen Entkleben, da die benötigten
Energien sehr hoch sind.
Das mechanische Entkleben erfolgt, indem Bauteile durch eine Überbeanspruchung der Klebefuge getrennt werden. Die eingebrachte Belastung kann sowohl statisch als auch dynamisch in das Bauteil eingebracht werden. Der Unterschied zum Zerreißen besteht darin, daß die gefügten Bauteile nicht beschädigt werden. Die Trennung der Bauteile erfolgt entweder durch die Trennung in der Klebe-schicht ohne Ablösung von einem Fügeteil (Kohäsionsbruch) oder durch Ablösen der Klebeschicht von einem Fügeteil (Adhäsionsbruch). Bei einer korrekt ausgeführten Klebeverbindung kann davon ausgegangen werden, daß sie nicht an der Adhäsionsgrenzfläche, d.h. an der Grenzfläche des Klebstoff – Bauteils, versagt, sondern zwischen den durch Kohäsion verbundenen Klebstoffmolekülen. Dies wird in einem Anwendungsbeispiel deutlich: Die Windschutzscheibe bei Autos wird eingeklebt und zur Demontage entklebt. Das Entkleben in diesem Fall erfolgt durch das Zerreißen der Klebe-schicht.
Die meisten Verbraucher wollen einen Klebstoff, den sie am besten nur einseitig auftragen müssen und der die Materialien dann schnell und dauerhaft zusammenfügt.
Viele Klebstoffe erledigen diese Aufgabe im Handumdrehen, denn sie enthalten zwischen 30 und 80 Prozent der leicht flüchtigen Lösemittel (Ketone, Kohlenwasserstoff- und Chlor-kohlenwasserstoffverbindungen ). Kaum sind sie aufgetragen, verdunsten sie auch schon und lassen den eigentlichen Klebstoff zurück, der nun die beiden Materialien miteinander verklebt.
Das Hauptproblem des Klebens, stellen die zwar praktischen, aber
auch gefährlichen “Lösemittel“, die “organischen Lösemittel“
oder “Lösungsmittel“ dar. Probleme bereiten aber auch
andere Bestandteile wie Fungizide, Konservierungsmittel oder Weichmacher.
Die größte Gefahr stellen also hauptsächlich die leichtflüchtigen
Bestandteile des Klebstoffs dar, die je nach individueller Empfindlichkeit
und Vorschädigung bei häufigerem Kontakt äußerst schwer-wiegende
Krankheiten und Zerstörungen anrichten können.
Das reicht von anfangs vorhandener Euphorie über Schleimhautreizungen
zu bohrenden Kopf-schmerzen, Übelkeit und Erbrechen, zu krebserzeugender
Wirkung und dem Angriff auf die Entgif-tungsorgane Leber und Nieren.
Aufgrund dieser Gesundheitsgefahren müssen bei der Anwendung von Klebstoffen eine ganze Reihe von Richtlinien und Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.
Zunächst richten sich die Sicherheitsmaßnahmen nach der zu verarbeitenden Menge an Klebstoff. So sind im Haushalt [ mit kl. Verarbeitungsmengen ] geringere Maßnahmen zu treffen, als im industri-ellen ( Dauer-) Einsatz [ mit großen Verarbeitungsmengen ]. Aber auch bei geringen Mengen und bei gelegentlichem Gebrauch sollte man die Sicherheitsrisiken auf keinen Fall unterschätzen. Da viele Grundstoffe unter anderem brennbare Lösungsmittel enthalten, müssen sie bei einer entsprechend großen Menge extra aufbewahrt werden. Gegebenenfalls müssen die Arbeits- und Lagerräume als explosionsgefährdet, angesehen und dementsprechend ausgeführt werden Der beste Arbeitsplatz zum Arbeiten mit Klebstoff ist also draußen, im Freien.

Bewertung der Informationsquellen im Rahmen des Projektes „Nut-zung elektronischer und multimdialer Informationsquellen in Schulen“
In unserem Themenbereich Klebstoffe haben wir einen großen Teil der von uns verwendeten Mate-rialien aus Quellen in Internet bezogen. Zwar sind wir in dieser multimedialen Informationsquelle zum größten Teil auf Produktwerbung gestoßen, doch nach gründlichen Recherchen konnten wir uns mit informativen Texten aus Hochschulbibliotheken und Heimwerkerlexikas befassen.
Auf die traditionellen Informationsquellen konnten wir aber dennoch nicht verzichten, da wir in che-mischer Fachliteratur Wissen über Klebstoffe gefunden haben, die wir ebensogut nutzen konnten.
Das Kunststoff – Lernprogramm mit dem wir in der Schule gearbeitet haben, konnten wir kaum nut-zen, da es nicht themenspezifisch genug auf unseren Bereich des Projektes eingegangen ist.
„Die Vorgänge in der Klebefuge“ entnommen aus Fachkunde für Schreiner Seite 109
Unser besonderer Dank für die freundliche Unterstützung
geht an die
Firma Jowat Klebstoffe GmbH Detmold.(http://www.jowat.de)
Autor./Bearb: Schindel-Bidinelli
Institution: Interkantonales Technikum (Rapperswil)
Titel: Kleben von Kunststoffen und Nichtmetallen
Jahr: 1988
Fachbereich: 23 ZKL Kleb ZKL
Autor./Bearb.: Habenicht, Gerd
Titel: Kleben
Untertitel: Grundlagen, Technologie, Anwendungen ; mit 37 Tabellen
Auflage: 3., völlige neubearbeitung u. erweiterte Auflage
Ort/Verlag/ISBN: Berlin [u.a.] / Springer / 3-540-62445-7
Jahr: 1997
Gesamtwerk: Handbuch Klebstoffe
Band: 1994/1995
Titel: Handbuch Klebstoffe/1994/1995
Jahr: (1994)
Schindel-Bidinelli,Eduardo H.: [Serie]
Grundlagen des strukturellen Klebens und Dichtens, Klebstoffarten,
Kleb- und Dichttechnik. - 1988. - IX,
429 S. : Ill., graph. Darst. (Strukturelles Kleben und Dichten ; 1)
ISBN 3-927235-01-6 Pp. : DM 125.00
Endlich, Wilhelm:
Kleb- und Dichtstoffe in der modernen Technik : ein Praxishandbuch
der Kleb- und Dichtstoffanwendung incl. Markt-spiegel der Kleb- und Dichttechnik
/ Wilhelm Endlich. - [3. Aufl.] Essen : Vulkan-Verl., 1990. - XI, 289 S.
: zahlr. Ill. u. graph. Darst. ISBN 3-8027-2150-0
Endlich, Wilhelm:
Fertigungstechnik mit Kleb- und Dichtstoffen : Praxishandbuch der Kleb-
und Dichtstoffverarbeitung / Wilhelm Endlich Braunschweig [u.a.] : Vieweg,
1995. - XV, 324 S. : Ill., graph. Darst. (Kleben & dichten) ISBN 3-528-06593-1
Weitere siehe Quellenangaben